04 Februar 2008

Killerspiele - schaffen sie Amokläufer?

Ich weiß, dass Thema ist nicht mehr ganz aktuell, aber ich möchte trotzdem meine Meinung dazu niederschreiben.

Um gleich klarzustellen: ich bin auch einer der vielen Millionen Killerspiele-Spieler. Und trotzdem bin ich ganz normal. Ich treffe mich mit Freunden, habe eine Freundin und viele andere Hobbys, die ich neben dem Computer ausführe. Abends spiele ich dann gerne ein paar Runden Counter Strike.
Manche ach so tollen Psychologen und Doktoren mit tausenden anderen (nutzlosen) Titeln vor ihren Namen haben viele Thesen aufgestellt, was die so genannten Killerspiele betrifft. Sie seien gewaltverherrlichend, blutig und zeigen dem Spieler, wie man mit einer Waffe umgeht (ein bisschen weit hergeholt?!). Vor allem, nachdem es einige wirklich schlimme Amokläufe an Schulen gab, entflammte die Diskussion. Man fand in den Wohnungen der Jugendlichen ein Computer mit diesen angeblich gewaltverherrlichenden Spielen. Und schwubs - Sündenbock gefunden. Klasse, dass ging ja schnell. Jetzt nurnoch ein Verbot gegen diese Spiele aussprechen und fertig.
Das es damit nicht getan ist, sahen zum Glück ein paar "prominente" (ich sollte eher "bekannte" schreiben) Politiker ein. Denn was würde ein Verbot bringen? Garnichts! Wenn man will, kommt man mit Hilfe des Internets an alles. Ich hatte gehört, dass ein Lehrer den Test machte: Er setzte sich vor seinen PC, suchte nach dem Paradebeispiel für Killerspiele, Counter Strike und stoppte die Zeit. Nach nichtmal 10 Minuten hatte er mehrere Seiten gefunden, wo man sich das Game illegal saugen konnte.
Doch warum planten diese relativ jungen Menschen einen Amoklauf? Wieso brachten sie vor ihrem Suizid noch andere Leute aus ihrem direkten Umfeld um? Ich habe den Abschiedsbrief des Amokläufers aus Emsdetten gelesen und dabei einiges festgestellt.
Zum Ersten: er war keinesfalls dumm. Im Gegenteil. Seine Ansichten hatten einen Tiefgang, der mich sehr überraschte. Zum Zweiten: nicht die Killerspiele haben ihn zu dieser Tat getrieben. In seinem sozialen Umfeld spielten viele Faktoren zusammen, die das Fass irgendwann zum überlaufen brachten. Damit ihr euch selber ein Bild darüber machen könnt, ist hier der Link zu einer Version des Abschiedsbriefes.
Die Medien brachten hinternanderweg Beiträge und (ich nenne es mal) "Shows", die das Thema behandelten. Dazu luden sie wieder die öffentlichkeitsgeilen Doktoren zu rate und zeigten Ausschnitte aus Spielen, die als besonders brutal gelten. Das 90% der gezeigten Videos aus Spielen oder Spielszenen stammten, die in Deutschland verboten und herausgeschnitten wurden, störte dabei (natürlich) nicht. So wurden Menschen mit Kettensägen zerschnitten, von Zombies zerfleischt oder Frauen vom Spieler vergewaltigt. Alles Inhalte, die vom deutschen Jugendschutz sofort zensiert werden (wogegen ich auch in den meisten Fällen nichts habe). So beeinflussen die Medien unwissende Bürger, die keine Ahnung von Computern oder gar Computerspielen haben. Die Medien als Propagandamittel - was soll man dazu noch sagen?
Ich denke, dass ich mit diesem Artikel zumindest meinen Standpunkt zu diesem Thema dargelegt habe. Vielleicht gibt es noch mehr Leute, die so denken wie ich.

Ja, ich spiele Killerspiele.
Und nein, ich plane keinen Amoklauf.

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